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Bernhard Burgener: Der designierte FCB-Präsident unter der Lupe
Von rotblauapp.ch
Die Neuigkeiten der Sonntagspresse schlugen ein wie eine Bombe: Bernhard Heusler und der komplette Vorstand sollen bereits per Ende Saison die Segel streichen und einem neuen Team Platz machen. Rotblau hat sich auf die Spuren des designierten Heusler-Nachfolgers Bernhard Burgener gemacht.
Was wir bisher wissen:
- Bernhard Heusler hat bestätigt, dass Burgener sein Nachfolger werden könnte
- Marco Streller soll das Amt des Sportchefs von Georg Heitz einnehmen
- Wichtig sei eine nachhaltige und akzeptable Lösung für den Verein
- Konzepte für die Übergabe liegen bereit, aber müssen noch von einem Gremium beim FCB geprüft werden
- Burgener war bereits in den 90er Jahren im Vorstand des FCB und ist erfolgreicher Geschäftsmann
- Streller wurde in den letzten Jahren an die neue Herausforderung herangeführt


Die Fussballwelt kann manchmal ganz schön verrückt sein. In den letzten Jahren haben sich die FCB-Fans mit einer fast unheimlich professionellen Vereinsführung angefreundet, welche dieses Jahr vermutlich den achten Titel in Serie feiern darf. Dabei haben Medien und Fans die Botschaft Heuslers bei der letzten Generalversammlung des FC Basel beinahe vergessen: Bernhard Heusler deutete bereits an, dass die Vereinsspitze sich nach einer neuen Führung umschauen könnte.

Und dann kam diese Sonntagnacht. Zuerst schaltete der Blick eine Nachricht auf, dass Heusler das Präsidium bereits Ende Saison abgeben könnte. Anschliessend berichtete 20 Minuten, und dann kam der Stein ins Rollen. Bereits um 10 Uhr fühlte sich FC Basel genötigt, eine Pressemitteilung zu der Zukunft der Vereinsführung zu publizieren.

Die Suche nach der Basler Lösung

Seitdem ist offiziell bekannt, dass der FC Basel an einem Konzept mit einer «Basler Lösung» arbeitet, die Bernhard Burgener und Marco Streller involvieren sollen. Dieses Konzept wird von einem unabhängigen Gremium geprüft, sodass im besten Fall bereits im Juni 2017 eine Übergabe des Vereins möglich wäre.




(Video: Heusler im Interview)


Bereits im letzten Jahr hat Bernhard Heusler seine Fühler nach möglichen Nachfolgern ausgesucht, doch eine befriedigende Lösung hatte sich bisher nicht angeboten. Anders scheint das mit dem Basler Duo Burgener/Streller zu sein.

Während beim Namen «Marco Streller» den meisten FCB-Fans noch heute die Augen glänzen, dürfte Bernhard Burgener bei vielen nur Schulterzucken ausgelöst haben. Rotblau hat sich deshalb auf die Spuren von Burgener gemacht und dabei erstaunliches gefunden.

Unbekannte Grösse Bernhard Burgener

Im Zeitalter von Social Media ist es eine Rarität, wenn ein Multi-Millionär praktisch unbekannt ist. Bernhard Burgener ist nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern Drahtzieher eines der erfolgreichsten Konstrukten der europäischen Video-Industrie. Und trotzdem gibt es neben einem Interview in der Weltwoche von 2008 und einem kurzen Video im SRF 2011 kaum Infos über den Basler Medien-Giganten – nicht einmal einen Wikipedia-Artikel.

Doch der Reihe nach: Als 26-jähriger eröffnete Burgener die Videothek «Moviestar» in Allschwil. Sein klug erarbeitetes Konzept ging sofort voll auf; er konnte praktisch alle zwei Monaten eine neue Filiale eröffnen. Innerhalb von wenigen Monaten wurde er damit zum Self-Made-Millionär. Nach 18 Monaten verkaufte der umtriebige Geschäftsmann sein Geschäft zu einem Angebot, dass er «einfach nicht ablehnen konnte». Und dann stieg er in die Filmindustrie ein.

Highlight

Heute ist Bernhard Burgener 59 und leitet mit der «Highlight Communications AG» eine auf den ersten Blick unscheinbare Aktiengesellschaft. Ihr Sitz ist in Pratteln und beschäftigt über 700 Mitarbeiter.

Das besondere an Highlight Communications: Es besitzt 100 % der «Constantin Film AG», welche mit über 200 Millionen Umsatz pro Jahr eine der grössten Filmproduzenten Europas ist. Constantin produzierte unter anderem bekannte Filme wie «Fack ju Göhte», «Das Parfum», «Die Welle» oder «Die Name der Rose».




(Video: Burgener im SRF-Portrait 2011)


Doch nicht nur im Filmbusiness ist Burgener tätig. Die «Constantin Medien AG» (nicht zu verwechseln mit der «Constantin Film AG») ist ebenfalls teilweise im Besitz des Basler Unternehmers. Burgeners Firmen haben über weitere Beteiligungen unter anderem die Vermarktungsrechte beim «Eurovision Song Contest», der «Uefa Champions League», der «Uefa Europa League» und besitzen direkt den deutschen TV-Sender «SPORT1».

Die Verbundenheit zum FCB

Nebenbei ist Bernhard Burgener auch noch durch und durch Basler. In den 90er Jahren war er bereits während drei Jahren Mitglied des FCB-Vorstandes, wo er mit Karl Odermatt einen guten Freund fand. Deshalb ist seine Verbindung mit dem FCB immer noch sehr intensiv; auch in den letzten Jahren besuchte er die Heimspiele wann immer er konnte.

Für die Basler Fans stellt sich also nur die Frage: Kommt er wirklich? Tatsächlich lässt sich zum heutigen Tag noch nichts darüber sagen. Gerüstet scheint Burgener für das FCB-Amt jedenfalls zu sein. Neben seiner grossen Erfahrung als Geschäftsmann in der Video- und Sportwelt scheint er sich auch mit unangenehmen Situationen in der Wirtschaftswelt gut auszukennen. Der FCB wäre dagegen schon beinahe eine Wohlfühl-Oase.

Burgener brilliert bei seinen Tätigkeiten stets als umsichtige Persönlichkeit. Er fährt eine klare Linie und stützt seine Firmen in wirtschaftlicher Hinsicht auf breiter Basis ab. Das dürfte dem Basler Anhang und auch der aktuellen Vereinsführung durchaus gefallen. Die Frage bleibt, ob Bernhard Burgener überhaupt genug Zeit für ein intensives Amt wie jenes des FCB-Präsidenten hätte.